Gepostet am 16. Oktober 2013 von jan

Am 23.9. um 12 Uhr mittags war es endlich soweit, nach 5 Jahren der Vorbereitung und der Planung, ging es für Hagen und mich endlich los, zum Aufbaulager des Meißner.

Mit dem Zug fuhren wir bis Bad Sooden Allendorf, wo wir komischerweise zu früh ankamen, obwohl wir doch Deutsche Bahn gefahren waren. Naja so blieb uns noch etwas Zeit, die wir nutzten um ein typisches Haik Mittagessen, ein Stück Gouda, ein Laib Brot, eine Edelsalami und eine Gurke, zu Verdrücken.

Und dann war es soweit, Gregor holte uns ab und wir konnten es kaum erwarten. Als wir auf den Lagerplatz fuhren, machte sich erste Ernüchterung breit, nur eine Jurte, eine Ovaljurte und die Sanitäranlangen standen und es waren 9!! Helfer da.

Bei leichten Aufgaben, wir bauten ein, zwei Jurten auf, lernte man sich schnell kennen. Gerte, unser Lagervogt und Lena seine Frau und die Leiterin der Helferdienste, Mobbi und Hain, die zwei von der Infojurte, Ansprechpartner für alles und jeden, Henning unser Koch und Multitalent im Besorgen, Thomas aus dem VCP Gau Alt-Burgund, Snud und wir zwei.

Etwas später erspähten wir auch zwei Busse mit MYK-Kennzeichen, die Pfadfinderschaft Süddeutschland war da, 4 gute Freunde (Karo, Bernd, Oli und Wookie) mit denen wir uns in den nächsten Tagen um sämtliche Lagerbauten kümmern wollten. Doch auf mich und Bernd wartete noch eine Sondermission, wir holten noch die Lagerwaschmaschine aus Kassel ab.

Wir ließen den Montagabend entspannt ausklingen, wir hatten am nächsten Morgen zwei Container zu entladen. Dienstagmorgen wurden wir von einem uns vom Pfingstlager nur allzu bekannten Geräusch geweckt, denn wir hörten, wie Löffel (VCP Northeim) sich mit seinem Land Rover Defender dem Lagerplatz näherte, endlich ein weiteres bekanntes Gesicht.

Mit einer Mammutaufgabe starteten wir nach einem reichhaltigen Frühstück. Die Waschamaturen des VCP/BdP wollten entladen werden. Zwei klassische Schiffscontainer, die laut ihrer Besitzer unmöglich ohne Gabelstapler ent- oder beladen werden können.

Und schon vor dem Mittagsessen hatten wir es geschafft, die Container waren leer. Nun konnten wir uns endlich den Lagerbauten zu wenden, ein Lagertor musste her. Mit Hilfe des Elefendt, ein etwas in die Jahre gekommener Traktor der CPD, waren fix die über 8 m langen Stangen geholt, nun ging es daran genau 6 Löcher zu Bohren, streng nach den Maßen einer Kohtenbahn.

Das Ziel war 1m Tiefe, doch da machte uns der altbekannte, nur alle 25 Jahre auftretende schwarze Meißnerlochstein einen Strich durch die Rechnung, so dass wir uns, ganz ohne Diskussionen auf 75 cm einigten.

Fix waren die 6 Stangen „eingelocht“ und ausgerichtet und wir machten uns an die Quer- und Diagonalverstrebung. So entstand binnen 3 Tagen ein Lagertor, mit dem wir ganz zufrieden waren.

Highlights waren die spontan eingebaute Schaukel und die schwebenden Einmasten an denen die Kohten in 7 m Höhe hochgezogen wurden.

Am Donnerstag wurde es dann Zeit für eine Teambuilding Maßnahme, so fuhr fast das gesamte Aufbauteam in die Therme nach Bad Sooden Allendorf. Ein ausgiebiges Bad in den warmen Becken und dem Wellenbad hatten wir uns redlich verdient, erst recht, da die letzten Nächte dem Gefrierpunkt verdächtig nahe kamen. Auch ein paar Saunagänge gönnten wir uns und dank dem Salzwasser wusste auch jeder, wo er sich in den letzten Tagen “verletzt“ hatte.

Am Freitag war es für Hagen und mich Zeit, das Meißnerlager für das Wochenende zu verlassen, da unser Fahrtenabschlusstreffen in Salzderhelden anstand. Also nix wie weg mit dem Zug bis nach Göttingen, von wo aus wir von einer sehr netten Harzerin mitgenommen wurden.

Auf demselben Weg ging es am Sonntag zurück und wir konnten unseren Augen kaum trauen, was sich an dem Wochenende alles getan hatte. Mittlerweile waren über 80 Helfer der Foren angereist und sie fingen an ihre Pinten zu errichten, sehr beindruckend an dieser Stelle war die Südforumspinte, eine Jurtenburg mit 19!!!! Jurtendächern und einer Seitenstangenhöhe von 5,20m, in der Mitte. Dieses Monster hatte sogar Platz für eine eigene Bühne.

Ab Montag fingen, für mich, der das ganze Lager in der Fahrbereitschaft half, die Besprechungen an. Hagen kümmerte sich um Feinarbeiten an dem Lagertor, so mussten noch neue Kohtenkreuze eingebaut werden und die von Hand genähten Meißnerfahnen gehisst werden.

Am Dienstag ging es endlich los, die Teilnehmer kommen. Hagen und ich hatten uns gemeldet mit Daniel Werner (VCP Holzminden), Lisa und Schmeili (VCP Rheinland-Pfalz/ Saar) die Koordination der Reisebusse zu Übernehmen und so machten wir uns früh morgens auf zu P6, dem Busparkplatz. Es sollte ein langer Tag werden, doch obwohl einige Busfahrer sich wohl vorher nicht mit unserem Buskonzept vertraut gemacht hatten, ging im Großen und Ganzen alles gut und dass Lager konnte beginnen.

Für mich war das Lager geprägt von Fahrerschichten, schnell mal aushelfen am Infotresen oder im Büro der Fahrbereitschaft, was mich doch sehr an Kirchentag erinnerte, da 90% meiner Arbeit auch von einem Schild mit der Aufschrift „Die Shuttle fahren zu jeder vollen Stunde am Lagertor ab“ und „Nein, wir shutteln nur zu den Parkplätzen und nicht nach Bad Sooden Allendorf/Witzenhausen/ Eschwege“ getan werden konnte.

Mein persönliches Highlight war der Festakt am Freitagnachmittag, den auch wir von der Fahrbereitschaft miterleben konnten.

Zum Glück konnte ich mir die Schichten relativ gut aussuchen, so dass ich seit dem Donnertag mit den dazu gestoßenen Freunden singen und feiern konnte, denn mittlerweile hatten wir unsere Jurte im Südforum aufgeschlagen, da Mona (Bezirk Harz), Anna und Nele (Bezirk Teufelsmoor), Rike (VCP Nordrhein), Bene (Bezirk Elm), Nils (VCP Holzminden) und Christoph, Patrick, Mertin, Alex, Tim und Dome (VCP Salzderhelden) auch angekommen waren und etwas Meißneratmosphäre genießen wollten.

So ging das Lager vor sich hin, jeden Tag gab es interessante Workshops, neue Eindrücke, interessante Diskussionen und für jeden war eine Singerunde nach seinem Geschmack zu finden, egal ob man lieber die ruhigen und anspruchsvollen Lieder singen wollte, oder einfach nur Lust auf “laut und geil“ hatte.

Am Sonntag rief dann wieder die Pflicht, die Reisebusse mussten wieder weg, so dass Mona in Vertretung für Hagen, der mit seinen Eltern noch etwas die Mittelmeersonne genießen wollte, und ich uns wieder auf machten, die Busse zu leiten. Ein PKW Unfall auf unserem Parkplatz machte uns den eigentlich entspannten Job zur Nichte, doch gegen 16 Uhr war alles vorbei und wir konnten uns bei einer warmen Dusche etwas von den Strapazen der Letzten Tage erholen.

Am Montagmorgen starteten wir mit ca. 40 Helfern den Abbau, und als erstes musste das Lagertor dran glauben. Ein paar kleine Schnitte mit der Kettensäge und schon konnten wir es mit 2 Mann umreißen. Daraufhin folgten nicht ganz so schöne Aufgaben, wie Müllketten oder den Abbau der Waschamaturen.

Mit viel Ideenreichtum und den nötigen Kraftaufwand gelang es uns als erste Gruppe die Waschcontainer OHNE Gabelstapler zu verschließen. Auch das Beladen der LKWs lief nach dem Motto: „6 Mann ersetzten einen Gabelstapler“ oder „Wo wir mit Kraft nicht weiter kommen, hilft mehr Kraft“.

Am Mittwochmittag war es dann endlich soweit, noch schnell die Emailadressen ausgetauscht und ab ging es Richtung Heimat und eigenem Bett.

Als Fazit lässt sich sagen, ich bin froh, bei diesem Lager in dieser Form mitgeholfen zu haben, ich habe viele neue Gesichter gesehen, viele neue Freunde gefunden, alte Freunde wieder gesehen und mal wieder eine ganze Menge anderer Traditionen in der freideutschen bündischen Jugend kennengelernt.

Gut Pfad, Horridoh und Ayen
Jan