Gepostet am 4. Oktober 2015 von palut & totsch

Vorbereitung

Unser Plan war am Freitag, den 11.9. loszufahren, jedoch hat Österreich am Tag davor den gesamten Bahnverkehr nach Ungarn wegen des großen Flüchtlingsstroms eingestellt. Wir haben daher unsere Abfahrt um zwei Tage nach hinten verschoben. Das Einfach-Raus-Ticket für Österreich und die EuroNight-Reservierung waren leider schon gekauft, so gingen über 50€ schon vor Antritt der Reise in die Tonne. Nach aktuellen Berichten sollte sich die Lage in Österreich und Ungarn Mitte nächster Woche beruhigen. Ich sage also meinen Großeltern Bescheid, dass wir vorbei kommen.

Sonntag, 13.9.

Unsere Fahrt begann morgens um halb 9. totschs Vater fuhr uns nach Uelzen an den Bahnhof, wo wir uns erst mal ein paar Brötchen und das Quer-durchs-Land-Ticket besorgten. Wir beide haben letzte Nacht nicht geschlafen, das konnten wir jedoch nachdem wir totschs Vater verabschiedeten in dem ersten Zug Richtung Göttingen ein bisschen nachholen. Weiter ging es mit dem Regionalverkehr durch ganz Deutschland, bis wir schließlich abends in Passau, Grenzstadt zu Österreich ankamen. Die Bahnhofsansage erklärte uns, dass der Zugverkehr nach Österreich nun vorerst auch noch eingestellt sei. Meine Großeltern begrüßten uns freudig und wir fuhren zu ihrem Haus, eine halbe Stunde von Passau entfernt. Dort erwarteten uns noch die drei verrückten Hunde von Oma und Opa und wir gingen zeitnahe ins Bett.

Montag, 14.9.

Nach 13 Stunden Schlaf standen wir gemütlich auf und aßen erst mal zu Mittag. Es gab Pfannkuchen mit selbstgemachter Marmelade. Den Nachmittag über haben wir vor allem Tischtennis und bayerische Kartenspiele (Herzeln, Watten) gespielt. Nach einer Portion Spaghetti sind wir irgendwann ins Bett gegangen.

Dienstag 15.9.

Erneut erwachten wir in unseren Betten auf dem Grundstück in der Nähe von Pocking. Wieder gab es gutes Essen von Oma und wir verbrachten den Tag mit Tischtennis und Reiseplanung. Wir genossen vorerst das letzte Mal den Luxus einer Dusche und einer Waschmaschine. Zum Abend hin gingen wir in Schärding in Österreich Pizza essen. Der temperamentvolle, italienische Wirt wollte mit uns unbedingt über die Flüchtlingsthematik diskutieren, was Aufgrund seiner Mischung aus italienisch, österreichisch und bayerisch gar nicht so leicht war. Zurück in Deutschland tranken wir noch einen Wein, reparierten einen Drucker und gingen nachts schlafen.

Mittwoch, 16.9.

Unser Wecker klingelte um 8 Uhr. totsch und ich packten unsere Rucksäcke fertig und wir machten uns zu viert wieder auf den Weg nach Schärding, diesmal zum Bahnhof. Dort kauften wir ein zweites Einfach-Raus-Ticket und erfuhren, dass der EuroNight nicht ab Hegyeshalom (Ungarische Grenze), sondern erst ab Budapest fährt. Das brachte unsere Berechnungen und Planungen durcheinander und es bestand die Gefahr eine Nacht in Ungarn auf dem Bahnhof schlafen zu müssen. Wir riskierten es dennoch und fuhren die nächsten sechs Stunden ohne Probleme durch Österreich. Vor Bruck an der Leitha fuhren keine Züge mehr gen Osten und so nahmen wir einen Ersatzbus nach Zurndorf. Mittlerweile war es 17 Uhr. Vor hier aus durften wir laufen, 15 km über die österreich-ungarische Grenze nach Hegyeshalom. Da auf den großen Straßen wegen der Kontrollen Stau war nahmen wir einen kleinen Radweg auf dem wir wie es der Zufall so will einen Karpatenwanderer und seine Frau trafen, die genau aus der Region kamen in die wir wollten. Er zeigte uns einige Bilder und gab uns nützliche Tipps. Wir bedankten uns und beschleunigten unsere Schritte noch weiter. Zeitweise mussten wir durch einen Graben direkt neben den Schienen laufen. In der Dämmerung kamen wir in Hegyeshalom an und bekamen gerade noch den letzten Zug nach Györ. Im Zug erholten wir uns erst mal von der anstrengenden Wanderung (15km in 2,5 Stunden mit 25km Gepäck und ohne Pausen) und füllten unsere Interrail-Pässe aus. Von Györ ging es dann nach Budapest, wo wir in Budapest-Keleti eine neue Reservierung für den EuroNight besorgen konnten und dann sogar noch 90 Minuten warten mussten. Im EuroNight versuchten wir dann zu schlafen.

Donnerstag, 17.9.

Das mit dem „im Zug schlafen“ klappte eher schlecht als recht. Wir kamen in Făgăraș an, gingen in einem Penny einkaufen und bewunderten die osteuropäische Stadt. Auf dem Weg zum Ortsausgang Richtung Breaza bekam totsch Probleme mit dem linken Knie und konnte zeitweise kaum laufen. Am Ortsausgang nahm uns dann nach 20 Minuten jedoch ein junger Rumäne namens Florin in seinem Auto mit. Er erzählte wie er früher in den Karpaten war und das er gerade ein Hotel am Fuße des Gebirges aufbaut und gab uns am Ende noch seinen Nummer, falls wir in 10 Jahren mal wieder im Făgăraș-Gebirge sind oder für Notfälle. Er ließ uns sogar ein Stück hinter Breaza, am Fuß des Berges, raus. Wir bedankten uns und gingen unserer Wege. totschs Knie wurde immer schlimmer und er jaulte immer wieder vor Schmerzen auf. Auf dem Weg in Richtung Berg kamen wir an einen Bach in dem wir baden gingen. In der Nähe entdeckte ich Bärenscheiße und totsch und ich sahen einen Bernhardiner den wir zuerst für einen Bären hielten. Von da an hatten wir unser Pfefferspray immer in der Hosentasche. Wegen totschs Bein wussten wir nicht wie es weiter geht und wir haben frustriert unser Zelt in die Dämmerung gebaut. Die Lebensmittel hingen wir auf einen Baum, da Bären nachts auf Futtersuche gehen und wir ungerne einen im Zelt haben. Um uns herum bellten die Hunde und wir bildeten uns Tiere ein die um uns herum schleichen oder unser essen klauen. Um 6 Uhr morgens schafften wir es kurz zu schlafen.

Freitag, 18.9.

Nach zwei Stunden Schlaf standen wir auf und packten unsere Sachen. Unsere Lebensmittel hingen noch. Da totschs Knie nicht mehr so stark schmerzte, beschlossen wir auf den Berg zu gehen. Unsere Wanderung führte uns an einem wunderschönen Gebirgsfluss entlang, in dem wir auch unsere Flaschen auffüllen konnten. Zur Vorsorge gegen dir Bären machten wir vor uneinsichtigen Kurven Lärm mit Löffel und Tasse und kein Wildtier zu überraschen und zu erschrecken. Nach einigen Kilometern entfernte sich der Pfad von dem Fluss und wir bestiegen auf einem ziemlich schmalen Pfad sehr steile Serpentinen. Dieses Stück war wirklich lebensgefährlich, verliert man einmal das Gleichgewicht landet man im nächsten Tal. totschs Bein schmerzte sehr stark und so kamen wir beide nur gerade so oben an, er vor Schmerzen, ich vor Erschöpfung, vielleicht durch den Schlafmangel. Oben angekommen erlosch unsere Hoffnung auf eine Schutzhütte, diese war nämlich vermüllt, baufällig und bestimmt einsturzgefährdet. Auch Türen oder Fenster gab es nicht. Die Wiese neben der Hütte war total vermüllt und wir waren mitten im Wald, zelten war also keine gute Idee. Wir beschlossen also noch ca. 200 Höhenmeter bis zur Baumgrenze zurückzulegen. Dort angekommen bauten wir unser Zelt in den Blaubeersträuchern auf. Da totsch schmerzen sehr stark sind und wir nicht wissen wie diese sich entwickeln entschließen wir schweren Herzens am nächsten Tag nicht höher in das Gebirge zu wandern, sondern umzudrehen und zurück nach Breaza zu laufen. Wir haben heute 1150 Höhenmeter bestiegen und nun wurde unser Wasser auch noch knapp. Ein Liter blieb uns circa noch, wir kochten also nicht, wuschen nicht ab und gingen durstig schlafen.

Samstag, 19.9.

Die Nacht war ruhig und friedlich. Wir standen auf, frühstückten und gönnten uns einen halben Liter Wasser, sowie eine Orange. Das rechte Knie von totsch hat nun durch die ungemütliche Liegeposition beim Schlafen auch angefangen zu schmerzen und tat schon bald noch wesentlich doller weh als das linke. Durch die Schmerzen kann er sich kaum bewegen und so muss er fast den gesamten Weg rückwärts gehen. Wir passieren die Schutzhütte und entscheiden uns dagegen, die Serpentinen runter zulaufen, da mir das zu gefährlich ist, ich hatte keine Lust 1000m ins Tal zu fallen. An dem anderen Ende der Wiese begann ein Forstweg, dem wir dann gefolgt sind. Der Weg war zwar breit, teilweise aber auch sehr steil. Kaum zu glauben, dass da irgendwelche Fahrzeuge hochfahren können. Nach einer halben Ewigkeit kamen wir an ein kleines Rinnsal das den Stein runtergelaufen ist. Dort füllte ich eine Flasche auf und wir tranken viel. Weiter ging’s mit 2km/h den Berg runter, totsch hatte mittlerweile eine Schmerztablette genommen, diese brachte jedoch nichts. Ein Bach kreuzte unseren Weg und wir wuschen Hände und Gesicht. Nach etlichen Stunden kamen wir um 15 Uhr nahe unseres Startpunktes an. Hier fanden wir eine hübsche Obstwiese mit einem Fluss und einer Brücke. Wir wuschen unsere Klamotten und uns und erholten uns. In der Dämmerung bauten wir unser Zelt auf und kochten eine Suppe aus Brot, Spätzle, Brotaufstrich und Gewürzen. Leider hatte sie keinen Geschmack. Wir hingen unsere Lebensmittel auf und gingen schlafen.

Sonntag, 20.9.

Wir wachten in unserem Zelt auf der Obstwiese auf. Wir wuschen uns nochmal, trockneten die Klamotten zu Ende, aßen und packten unsere Sachen. Wir bastelten ein Trampschild und machten uns auf den Weg nach Breaza. Unser heutiges Ziel war die Transfăgărășan, die höchste Straße und Nationalstraße Rumäniens, die einmal von Norden nach Süden durch das Gebirge führt. Uns kamen viele Autos entgegen die wahrscheinlich zu dem Kloster hinter uns oder dem Gebirge wollten, es war Sonntag 12 Uhr. Die Autos die in unsere Richtung fuhren waren meistens voll, so dass wir bis Breaza laufen mussten. Dort suchten wir nach einer Bushaltestelle die es jedoch nicht gab. Ein Rumäne hielt für uns an, konnte jedoch kein Englisch und so musste er wegen Verständigungsschwierigkeiten weiterfahren. Am Ortsausgang setzten wir uns hin und warteten zehn Minuten, bis schließlich doch der Rumäne an uns vorbeifuhr, hinter uns wendete und uns doch noch bis Sâmbăta de Jos mitnahm. Wir bedankten uns und schenkten ihm eine unserer Schokoladen. Zwei Minuten nachdem ich ein neues Schild gebastelt habe hielt ein junger Rumäne an, der scheinbar Geschäftsmann war, ein gutes Auto fuhr und gutes Englisch sprach. Er empfahl uns Sibiu zu besuchen, da die Stadt sehr schön sein soll und nahm uns bis zum Anfang der Transfăgărășan mit. Hier begegneten uns zwei Israelis die das gleiche Trampziel wie wir hatten. Sie ließen uns jedoch den Vortritt da wir vor ihnen dort waren. Hier mussten wir eine halbe Stunde warten, bis uns ein Auto aufsammelte. Die eine Tür funktionierte nicht und die Heckklappe schloss nicht und wurde nur von einem Spanngurt gehalten. Das Auto war ohne uns schon recht voll und allgemein auch nicht groß. Irgendwie haben wir es aber doch noch geschafft, zwei Fahrtenrucksäcke, eine Gitarre, 4 Männer und ein kleines Mädchen ins Auto zu quetschen. Das Mädchen guckte uns entgeistert an und mit den Männern verstanden wir uns gut, sie waren lustig und kamen gerade von einer Hochzeit. Der Beifahrer war heiser und halb verkatert. Die 35km nach oben dauerten ziemlich lange, da die Straße total viele Kurven hat. Wir machten öfters Fotopausen und unsere Fahrer boten uns Snacks an. Oben angekommen bedankten wir uns und gingen unserer Wege.

Zu erst mieteten wir uns ein Zimmer in der Cabana für 230 Lei, was uns entschieden zu teuer war. Das Badezimmer war total verschimmelt und die Sauna funktionierte auch nicht. Einen Rabatt bekamen wir aber auch nicht auf Nachfrage. Wir guckten uns die Stände an die Wein, Essen und Souvenirs verkauften und fanden einen Glühweinstand und ich ein neues Fahrtenmesser für unter 50 Lei. Danach guckten wir noch ein bisschen rumänisches Fernsehn (rumänisches Glücksrad alter!) und aßen in dem Hotelrestaurant. Dort mussten wir jedoch leider 50 Minuten auf unser Essen warten und das war noch nicht mal besonders lecker. Dafür aber günstig.

Montag, 21.9.

Wir standen auf und duschten und frühstückten. Das Frühstück war im Zimmerpreis inklusive und recht üppig. Danach bastelte ich ein Trampschild mit „down jos ↓“ und wir haben ausgecheckt und uns an die Straße gestellt. Nach 10 Minuten sprach uns ein Mann in Arbeitskleidung an, dass er uns mitnehme, es könnte jedoch etwas länger dauern. Er konnte gebrochen Deutsch und fließend Spanisch. Kurz danach saßen wir im Auto, ich mit noch zwei anderen Männern auf der Rückbank. Die beiden stanken ziemlich, wir sind ins Auto der Müllabfuhr eingestiegen. Die Beiden stiegen alle paar Minuten aus um den Müll am Straßenrand einzusammeln und in Kofferraum zu werfen. Der Fahrer unterhielt sich gut mit totsch und fragte uns ob wir ihm 40 Lei für den Weg geben könnten, die Seilbahn runter koste 50 Lei. Wir willigten ein, da er meinte, dass er nur 300€ im Monat verdient. Nach zwei Stunden schmiss er die beiden Müllsammler aus dem Auto und fuhr uns zu unserem Ziel, wo er das Geld einsammelte und es wohl nicht mit den anderen teilen wollte…
Wir schnappten erst mal frische Luft und machten ein neues Schild mit der Aufschrift „Sibiu“. An der großen Straße stehend nahm uns nach wenigen Minuten wieder ein Mann mit. Der Mann hatte eine Glatze und einen langen Bart. Die Wacken 2014-Aufkleber an seiner Windschutzscheibe machten ihn mir noch sympathischer. Als ich ihn darauf ansprach, erzählte er mir grinsend, dass seine Band dort gespielt habe. Die Band heißt „DORDEDUH“ und macht rumänischen Black Metal, er spielt die Gitarre. Er bat uns seine Hilfe an eine Unterkunft in Sibiu zu suchen, da er dort einen Freund hat, dieser ging jedoch leider nicht ans Telefon. Er setzte uns also im Zentrum von Sibiu ab und wir verabschiedeten uns.
Durch Zufall liefen wir in einen deutschen Buchclub in dem wir uns nach einer günstigen Möglichkeit zum Schlafen erkundigten. Die Dame gab uns eine Adresse von einem Hostel. Wir folgten ihrer Wegbeschreibung und landeten auf einem großen Platz, wo wir einen dicken Polizisten nach dem Weg fragten. Dieser lief mit uns das ganze Stück dort hin und vertrieb als wir angekommen sind eine Zigeunerin von einer Treppe. Das Hostel hatte leider nur noch ein Bett frei, der Mann gab uns jedoch eine Karte und zeigte uns wo ähnlich günstige Hostels sind. Auf dem Stadtplatz wurden wir fündig und checkten für 50 Lei/Person/Nacht ins Old Town Hostel ein. Danach guckten wir uns zuerst die Stadt an und lernten dann in dem Hostel Vincent kennen, einen Belgier der nach Jerusalem wandern und trampen will. Wir aßen vor dem Hostel in einem Restaurant lecker zu Abend und totsch und Vincent gingen danach noch mit einem Rumänen und seiner Frau in den Music Pub auf ein paar Bier. Ich hatte mir scheinbar irgendetwas eingefangen und lag kotzend auf dem Hostelklo. Die folgende Nacht war ich länger im Bad als im Bett.

Dienstag, 22.9.

Ich hatte wider erwarten doch noch ein bisschen geschlafen und verbrachte den Vormittag damit zu duschen und Saft zu trinken, während totsch mit den gleichen Leuten von gestern ins Café ging. Danach konnte ich mich aufraffen und wir sind zu fünft zum Häuser-Museum gefahren, etwas außerhalb von Sibiu. Dort verabschiedeten wir Vincent der weiter nach Bukarest wollte und wir gingen mit Daniel und seiner Frau und Kind in das Museum. Wir betraten ein großes Gelände mit Wald und einem See in der Mitte. Überall waren historische rumänische Häuser aufgebaut, die irgendwo in Rumänien ab- und hier wieder aufgebaut wurden. Nachmittags fuhren wir zurück nach Sibiu, verabschiedeten uns von Daniel und seiner Familie und chillten im Hostel, sangen, spielten und kochten. Zur Nacht gingen totsch und ich nochmal in den Imperium Pub, den Scottish Pub und den Music Pub und tranken ein paar Cocktails.

Mittwoch, 23.9.

Heute entschieden wir zurückzufahren, da unsere Budget so gut wie ausgeschöpft war. Wir verbrachten den Tag mit frühstücken, Reservierung kaufen, singen, kochen und bestiegen den Ratsturm und konnten ganz Sibiu von dort aus sehen. Um 18 Uhr fuhr der EuroNight nach Wien in den wir einstiegen. Um Mitternacht konnten wir irgendwann einschlafen.

Donnerstag 24.9.

Den EuroNight mussten wir schon in Hegyeshalom verlassen, da unsere Interrail-Pässe nur in Ungarn und Rumänien gültig waren. Nach Österreich sind wir den Weg der Flüchtlinge gegangen und wurden fast mit ins Flüchtlingslager gesteckt. Mit dem Nahverkehr sind wir dann durch Österreich und waren am frühen Abend in Schärding, wo uns meine Großeltern wieder empfingen. Abends aßen wir Brotzeit und gingen wieder früh ins Bett.

Freitag, 25.9.

Wir aßen gut und wuschen Klamotten. Wir spielten und verbesserten unser selbstgemachtes Pen-and-Paper-Rollenspiel. Ansonsten verging der Tag recht ereignislos.

Samstag, 26.9.

Wir standen um 5 Uhr morgens auf und fuhren zum Bahnhof nach Passau. Von dort aus mit dem Nahverkehr immer nach Norden bis wir in Celle waren. Da gerade das Fahrtenabschlusstreffen des Premium Bezirk Homburg ist, dachten wir, wir schauen auf dem Weg auch nochmal vorbei. Benni holte uns aus Celle ab und auf dem FAT aßen wir guten Eintopf und feierten einen lustigen Bunten Abend der bis 5 Uhr morgens dauern sollte.

Sonntag, 27.9.

Etwa um 8:30 Uhr sind wir mit Mattis wieder nach Celle gefahren, wo er uns absetzte. Wir bedankten uns und warteten auf die Bahn. Um 10 Uhr waren wir in Bad Bevensen.

Hier endet unsere Reise.

Fazit

Auch wenn unsere Reise anders verlief als geplant und vor allem viel kürzer war als eigentlich angedacht, war sie das Geld und die Mühen allemal Wert. Die Ecken von Rumänien die wir gesehen haben waren wunderschön und kann ich nur jedem empfehlen.
Die Südkarpaten, bzw. das Făgăraș-Gebirge bieten eine atemberaubende Landschaft die zu Sommerfahrten einlädt. Das Gebiet ist kaum touristisch erschlossen, man trifft fast nie andere Menschen und ist wirklich in eine der letzten Gebiete in Europa die wirklich Wildnis sind. Die Höhen sind Alpin, dennoch kann man alle Wege ohne Kletterausrüstung wandern. Das einzige was uns Sorgen bereitete waren die Braunbären. Diese können Menschen zwar töten, normal sind sie an diesen jedoch nicht interessiert, bzw. meiden sie. Respekt hat man trotzdem vor den Tieren, da wir sie hier ja auch nicht gewohnt sind. Wölfe und Schlangen gibt es in den Karpaten auch.
Das eine oder andere Mal sind uns Straßenhunde über den Weg gelaufen, diese waren allesamt friedlich und sehr niedlich. Ein bisschen bemitleidenswert.
Der Müll an manchen Stellen war sehr traurig anzusehen. Die touristischen Gebiete, die Nationalstraße und Sibiu wurden natürlich sauber gehalten, in den anderen Regionen lag aber teilweise sehr viel Müll rum und das sogar z.B. bei der Schutzhütte in den Bergen.
Die Menschen denen wir in Rumänien begegnet sind waren allesamt freundlich und herzlich. Trampen geht in dem Land sehr gut. Viele junge Rumänen können Englisch. Ansonsten konnten wir uns auch mit unserem Wörterbuch halbwegs auf Rumänisch verständigen.
Die Lebensmittelpreise sind günstiger als in Deutschland, genauso wie die Löhne. Teilweise war ich erstaunt, was ich fürn 5 Lei (~1,25€) alles bekomme.

Ich würde jederzeit wieder nach Rumänien fahren, ob in die Berge oder in die Städte, es lohnt sich in jedem Fall. Sibiu ist eine schöne Stadt die man jederzeit wieder besuchen kann, genauso wie die Karpaten. Vielleicht wandere ich ja doch noch mal ganz durch das Făgăraș-Gebirge.