Gepostet am 15. Januar 2015 von jan

Es begab sich zu der Zeit, als Angela Merkel Kanzlerin in Deutschland war, und wir schreiben das Jahr 2014. Eine kleine Gruppe von Verrückten hatte sich einen Plan erdacht. „Wir feiern Silvester auf dem Hohen Krähen“ sprachen sie. Und so machte sich Jan am 30.12. frühmorgens in Holzminden auf den Weg! Er belud seine Kutsche mit allerlei Gaben und machte sich auf gen Gut Steimke um seinen Freund, den Zimmermann, Luzi einzuladen. Dieses gelang ihm trotz dem Verzicht auf moderne Kommunikationstechnik nahezu perfekt, so dass er sich nach nur 3 Stunden Wartezeit mit seinem Mitstreiter auf den Weg machte.

Und so fuhren sie weiter, immer gen Süden bis sie auf das kleine Örtchen Witzenhausen trafen. Und siehe da, am Kreisel beim Discounter, trafen wir drei weitere Passagiere der knallroten Kutsche. Mona, Hagen und Klaas gesellten sich zu uns und somit war unsere Kutsche optimal beladen. Noch kurz ein paar Gaben für die Fahrt zusammengestellt und los ging es. 548 km wollten zurückgelegt werden und wir fassten einen tollkühnen Plan, weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt sollte auch nur ein Ton Popmusik das Radio verlassen. Wir entschieden uns also für NDR1, SWR4 und Bayern1, wobei uns zumindest NDR1 von unseren anderen Touren immer in sehr guter Erinnerung geblieben war.
Der Tag ging ins Land und gegen 21 Uhr konnten wir den schneebedeckten Krähen erspähen, nur noch kurz die Kutsche abgestellt, die Pferde versorgt und wir machen uns zu Fuß auf, den Berg zu erklimmen.

Anders als in der Weihnachtsgeschichte, wurde uns direkt an der ersten Tür ein Schlafplatz und etwas Warmes zu Essen angeboten. Nachdem wir unser Nachtlager für die nächsten zwei Tage bezogen hatten – es sei zu erwähnen, dass der Fußboden schon bei der Berührung einer einzigen Baumwollfaser der Socken ein solch grausames Knarren von sich gab, dass klar war, dass uns sehr erholsame Nächte bevorstanden – hieß es sich einmal umzusehen, welch bekanntes Gesicht neben uns das neues Jahr auf dem Hohen Krähen willkommen heißen wollte. Neben einigen bekannten vom ausrichtenden Bund, den Grauen Reitern, waren auch mal wieder unsere Freunde von der PSD und dem DPBM anwesend.
Dass konnte ja nur Spaßig werden, also schnell die alten Geschichten zurück ins Gedächtnis gerufen, ein strahlendes Lächeln aufgesetzt und gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Eine Umarmung hier und da, und nur kurze Zeit später war alles wieder so wie 2013, die Chaoten hatten sich wiedergefunden. Also schnell das Brot gebrochen und den Wein geteilt und der Abend begann. Bis tief in die Morgenstunden wurde Gitarre gespielt, der Bass gezupft und die Stimme ramponiert, und es kamen immer und immer mehr bekannte Gesichter.

Am Silvestermorgen hieß es raus aus den Federn, die müden Knochen mochten bei winterlichen Temperaturen und 20 cm Schnee die Burgruine erklimmen. Was nach einem kleinen Wanderausflug aussah entwickelte sich binnen Minuten zu einer Schneeballschlacht über die ganzen Burgberg, keiner kannte weder Freund noch Feind und so hieß es einfach durchhalten, weiterwerfen und auf die Deckung von oben zu Achten. Nach nicht weniger als 2 Stunden, war alle Müdigkeit vertrieben und jede Stelle mit Schnee in Kontakt gekommen. Kontakt… , eins der Worte die uns dieses Wochenende noch länger verfolgen sollten.

Während des Abstiegs erspähten wir von weitem bekannte Gesichter, bei einem uns unbekannten Bild. Kenth, Chris und Robert waren doch tatsächlich fleißig und sorgten für Feuerholz.
Doch was jetzt tun? Noch ein Spaziergang? Rodeln? Nein wir erspähten das Burgtor und auf einmal ergab alles einen Sinn. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu Bauen“ doch wir hatten die Absicht, das Burgtor mit Schnee zu verschließen und somit den Nachzüglern den Zugang zur Burg zu erschweren. Also wurden schnell jede Schaufel, Schneeschaufel und ein Maurerkübel in Beschlag genommen, der herumstehende Rest animiert und los gings. Nach mehr als 4 Stunden Arbeit war es geschafft, die Wand stand, Schneebälle lagen bereit, der Spaß konnte beginnen.

Gegen 18 Uhr war es dann soweit, die Mauer wurde mit Fackeln erhellt und unsere Freunde aus Marburg bekamen eine saftige Abreibung, die nicht von jedem vor der Mauer als Witz angesehen wurde. Doch es gab kein Groll der sich nicht bei einem wirklich fantastischen Abendessen und den darauf folgenden Gesprächen klären ließ.

23.30 Langsam wieder raus in die Kälte, Feuer anzünden und schon mal auf 24 Uhr einstimmen. Und dann begann das Silvester der ganz anderen Art.
Wir sangen unsere Lieder im Feuerschein und Harry der Bundesführer der Grauen Reiter nahm uns mit seiner Rede mit auf eine ganz besondere Reise. Auch die Worte die Wookie, der Bundesführer der PSD und Andi an uns richteten gingen unter die Haut.

„Wir müssen die hier entstehenden Kontakte und Freundschaften vertiefen“

Und dann war es soweit, in Singen gingen die Feuerwerke los, wir sangen „Man sagt“ von Prinz König und danach hatte jeder seine 2 Minuten Ruhe um 2014 Revue passieren zu lassen.
Danach fing das Geknuddel an, Pfadfinder halten ja nix von Handschlägen (außer sie kommen als Bundesführer-Schelle) und so musste und durfte jeder Typ und jedes holdes Weib fest an sich gedrückt werden.
Nun aber schnell zurück ins Warme und einen Platz nahe an der Kapelle ergattert. Mit einem köstlichen Pefferminzgetränk sorgte Kenth dafür, dass ja keiner auskühlte und die Stimmen uns nie verlassen mochten.
Neujahr morgen weckten uns die Erinnerung an die vollmundigen Worte des Küchenteams vom Vorabend, es gäbe Rösti zum Frühstück. Und so speisten wir fürstlich ins neue Jahr und nach und nach bewegte sich ein Jeder aus seinem Schlafsack, so dass wir uns um 15 Uhr aufmachten, zur ersten Bauhütte seit gut 1,5 Jahren auf dem Ludwigstein.

Nach gefühlten 10 Stunden Bayern 1 erspähten wir endlich wieder bekannte Gefilde, „Die Raststätte kenn ich, da stand ich schon mal 18 Stunden“, sagte Hagen kurz vor Kassel. Es konnte sich nur noch um Minuten handeln, bis wir den Ludwigstein erreichten und wie durch ein Wunder versagte endlich der Empfang von Bayern 1 und wir konnten uns wieder voller Freude mit NDR 1 auf die restlichen Kilometer machen.
Auf dem Ludwigstein angekommen, nahmen wir sogleich den Meißnerflügel in Beschlag und verteilten uns rasch auf die Zimmer. Auch hier wurden wir mit einem köstlichen Mal zum Abend empfangen und nur wenige Minuten später trafen sich die üblichen Verdächtigen wieder, im frisch renovierten Gewölbekeller, spitzen wieder die Lippen und stimmten die Instrumente, der erste Abend auf dem Ludwigstein musste einfach ein Fest werden.

Doch wer feiern kann, kann auch aufstehen und so fand sich der Großteil von uns um halb 9 bei der Morgenrunde ein und stritten sich um die besten Arbeiten. „Bloß nicht Streichen“ lautete hier die Devise. Und schon bald sah man unermüdliches Treiben der bündischen Helfer auf der Burg. Und es war bitter nötig, der einjährige Ausschluss der Bünde hatte auch für ein Jahr jegliche Renovierungsarbeiten brachliegen lassen. Und so wurden Böden aufbereitet, der Speisesaal gestrichen und allerlei Kleinigkeiten behoben, die unserer, schon so in die Jahre gekommen Burg, im Rücken zwickten.
Mit einem köstlichen Lammragout wurden wir belohnt und motiviert auch den nächsten Tag weiterhin fleißig zu sein. So kümmerten sich, der zum Glück doch noch nachgereiste Wookie, mit Kenth, Tim, Chris und Robert bei feinster County Mucke darum den “Benno-Narten-Bau“ auch endlich mit reichlich Feuerholz zu füllen.